CFD ohne Nachschusspflicht

CFD WissenIm CFD-Segment hat sich im Jahr 2017 eine interessante Neuerung ergeben. Diese Änderung bezieht sich auf die sogenannte Nachschusspflicht, die auch in Deutschland bei CFDs eher die Regel als die Ausnahme war. Der Grund für diese doch nicht unerhebliche Änderung ist der Vorstoß der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.
 

Für die Trader in Deutschland kann diese Änderung in erster Linie als positiv gewertet werden. Denn eine nicht unerhebliche Risikokomponente, die im Zusammenhang mit dem Marginhandel steht, fällt somit weg. In den nachfolgenden Abschnitten wird kurz erläutert, was die Nachschusspflicht ist, welche Probleme im Zusammenhang mit ihr stehen und weshalb es heute CFDs ohne Nachschusspflicht gibt.

Das Problem mit der Nachschusspflicht

CFDs werden im Normalfall auf Margin gehandelt. Im Klartext bedeutet das, dass hohe Hebel im Spiel sind. Diese erhöhen sowohl das Gewinn- als auch das Verlustpotenzial. Bei CFDs, die in Kombination mit einem Marginkonto mit Nachschusspflicht gehandelt werden, kann es bei extrem ungünstigen Marktbedingungen vorkommen, dass die Verluste so hoch ausfallen, dass nachgezahlt werden muss. Begünstigt wird diese Situation zum Beispiel durch Kurslücken beziehungsweise ein extremer Anstieg der Volatilität. Dass derartige Situationen gar nicht so unwahrscheinlich sind, zeigt das Ereignis am 15. Januar des Jahres 2015. Die Schweizer Notenbank ließ an diesem Tag das Ende des Mindestkurses des Schweizer Franken zum Euro verkünden – in kürzester Zeit verlor das für lange Zeit sehr wenig volatile Währungspaar drastisch an Wert. Etliche Trader wurden gebeten, Geld nachzuschießen. Die Gesamtverluste waren teil so hoch, dass es nicht unrealistisch ist, dass in wirtschaftlicher Hinsicht Existenzen bedroht wurden. Bei einem Marginkonto mit Nachschusspflicht kann es also sein, dass die Verluste nicht nur die Einlage auf dem Trading-Konto, sondern das gesamte Vermögen des Händlers betreffen.

Der Vorstoß der BaFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kümmert sich unter anderem um Dinge, die dem Anlegerschutz zuzuordnen sind. Bei der Betrachtung dieses Zusammenhangs wird auch deutlicher, weshalb die BaFin, eine Anstalt des öffentlichen Rechts, sich gezielt mit der Thematik befasst hat. Sie betrachtet die Nachschusspflicht für den privaten Anleger als unkalkulierbares Risiko. Aus Gründen des Verbraucherschutzes kann die Behörde diese Risikokomponente so nicht akzeptieren. Die Geschäftsmodelle der Broker, die in Deutschland aktiv sind, mussten demnach angepasst werden. Im Klartext bedeutet das, dass CFDs mit Nachschusspflicht Privatkunden nicht mehr angeboten werden dürfen.

Die neue Welt in Deutschland – CFDs ohne Nachschusspflicht

Schon vor dem Vorstoß der BaFin gab es Broker, die mit CFDs ohne Nachschusspflicht aufwarteten. Demnach war im Grunde genommen von Vornherein klar, dass derartige Geschäftsmodelle plausibel und machbar sind. Heute gibt es etliche Anbieter, die in Deutschland weiterhin aktiv bleiben wollen und ihre Modelle entsprechend den neuen Anforderungen angepasst haben. Für Trader in Deutschland, die auch weiterhin gerne auf das innovative Finanzinstrument CFD zurückgreifen wollen, hat sich also nicht allzu viel geändert. Es liegt darüber hinaus die Vermutung nahe, dass Anlegerinnen uns Anleger, die aufgrund der Nachschusspflicht Scheu hatten, Differenzkontrakte zu handeln, nun auch vermehrt auf diese Produkte zurückgreifen könnten. Denn im Grunde genommen ist dieses Finanzinstrument, das seine Ursprünge in Großbritannien hat und das zum Einsatz kam, außerbörslich zu handeln, zu einer interessanten Alternative zu Zertifikaten und Optionsscheinen herangewachsen. Es bleibt spannend, wie sich die Welt der CFDs in der Zukunft weiter entwickeln wird.

Allgemeiner Risikohinweis: Der Handel mit Optionen, Kryptowährungen und CFDs ist höchst spekulativ und kann zum Verlust des gesamten Kapitals führen. 73-89 % aller Privatanleger verlieren Geld beim Handel mit CFDs. Investieren Sie nur die Summe, deren Verlust Sie verschmerzen können.
 
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