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NewsEine Betrügerbande unter der Führung eines 56-jährigen Deutschen hat Anleger im großen Stil auf Tradingplattformen abgezockt. Gewinne wurden niemals oder nur anfangs und sehr spärlich ausgezahlt, die vermeintlichen Optionsgewinne waren wahrscheinlich reine Luftbuchungen.
 

Der Kopf der Bande und weitere Komplizen wurden inzwischen verhaftet. Eine Saarbrücker Sonderkommission ermittelt gegen etliche Tradingplattformen, möglicherweise könnten es bis zu 400 sein. Der Fokus richtet sich aber derzeit auf folgende Broker:

  • XMarkets.com
  • Option888
  • TradoVest
  • ZoomTrader
  • TradeInvest90

Das ist der Stand von Januar 2020.

Wie hoch könnte der Schaden sein?

Das ist schwer zu ermitteln. In den Kundendateien der genannten fünf Broker finden sich die Daten von über 200.000 deutschen Tradern, doch praktisch sämtliche Onlinebroker operieren international. Es dürften also weitaus mehr Kunden betroffen sein. Allerdings konnte noch nicht exakt ermittelt werden, wie viel Geld einzelne Kunden verloren haben, auch wenn manche der Betroffenen konkrete Summen nannten (siehe unten). Der Hintergrund: Viele Trades sind ja an sich nicht erfolgreich. Aufgeflogen ist die Masche vorerst, weil Trader nach Gewinntrades ihre Gewinne nicht bekamen. Plötzlich sollten angebliche Softwarefehler das System hemmen, manchmal war auch der für die Auszahlung zuständige Sachbearbeiter verreist. Was mit dem verlorenen Geld aus tatsächlichen Verlusttrades geschah, ist bislang völlig offen. Seriöse Broker hedgen ihr System, das für sie +/- 0 läuft – sie verdienen nur an den Gebühren. Wenn der Trader einen Verlust erleidet, gewinnt normalerweise der Emittent – der allerdings auch der Broker sein kann, wenn er als Market Maker (wie bei CFDs und Binären Optionen) auftritt. Die daraus erzielbaren Gewinne übersteigen die eines bloßen Betruges bei Weitem, weil die überwiegende Mehrheit der Trader verliert. Offenkundig waren also im beschriebenen Fall nicht nur Betrüger, sondern besonders dumm-dreiste Betrüger unterwegs.

Wie wurde der Betrug aufgedeckt?

Bei verschiedenen europäischen Polizeibehörden waren immer wieder Strafanzeigen wegen nicht ausgezahlter Tradinggewinne eingegangen – allein in Saarbrücken waren es 233 bis zum Herbst 2019. Für Deutschland zog die dortige Staatsanwaltschaft den Fall an sich. Sie kooperiert dabei unter anderem mit österreichischen, bulgarischen und tschechischen Behörden, die ebenfalls eine Häufung solcher Strafanzeigen meldeten. Die in Deutschland Geschädigten gaben pro Fall einen durchschnittlichen Schaden von etwas über 40.000 Euro an, doch Vorsicht: Es könnte sich auch um Tradingverluste gehandelt haben. Diese würden dann nicht in die Rubrik „Betrug“ fallen. Andererseits vermuten die beteiligten Staatsanwaltschaften, dass vielfach gar kein realer Handel stattfand und die Betrüger gleich das Geld der Anleger einkassierten, denen sie auf den Plattformen virtuelle Buchungen vorgaukelten. Damit wären auch die Verlusttrades reine Betrugsfälle. Hochgerechnet könnte der Schaden bei mehreren Hundert Millionen Euro allein auf den genannten fünf Plattformen liegen.

Wie gingen die Betrüger vor?

Der Kopf der Bande und vier weitere Beschuldigte, darunter ein weiterer Deutscher, warben ihre Opfer gezielt mit dem Versprechen auf gigantische Gewinne an und drängten sie dann zu Einzahlungen und Tradingaktivitäten – in den meisten Fällen über Callcenter. Als der Hype mit den Kryptowährungen begann, lief die Methode erst richtig heiß. Die Anwerbung erfolgte vielfach über soziale Netzwerke. Nach ihren ersten Einzahlungen erhielten die Opfer Anrufe und Chatnachrichten, in denen sie auf vermeintlich besonders lukrative Tradingchancen hingewiesen und zu Aktivitäten – Trades und vor allem Geldeinzahlungen – gedrängt wurden. Wenn dann ein Trade wirklich einmal einen Gewinn eingebracht hatte und sich der Trader diesen auszahlen lassen wollte, funktionierte das wegen angeblicher technischer Probleme nicht. Daraufhin erstatteten die ersten Betrogenen Strafanzeigen.

Wer ist der Kopf der Bande?

Der 56-jährige Karsten L. war früher im Glücksspielgeschäft aktiv und kennt aus dieser Szene das Suchtpotenzial, das in Glücksspielen und teilweise auch im Trading steckt. Er schöpfte zusammen mit seinen Komplizen ungeniert die Einzahlungen der Trader ab, mit denen er unter anderem in Luxushotels in Tirol und Saint Tropez (Côte d'Azur) residierte. Allerdings hatte er wohl die geschäftsmäßige Vernunft der meisten Trader unterschätzt: Trading ist mehr als Glücksspiel, es ist ein Geschäft. Trader lassen sich daher auch nicht ohne Weiteres aufs Glatteis führen.

Allgemeiner Risikohinweis: Der Handel mit Optionen, Kryptowährungen und CFDs ist höchst spekulativ und kann zum Verlust des gesamten Kapitals führen. 73-89 % aller Privatanleger verlieren Geld beim Handel mit CFDs. Investieren Sie nur die Summe, deren Verlust Sie verschmerzen können.
 
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