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Binäre Optionen NewsDie deutsche Finanzaufsicht BaFin denkt über ein Verbot von CFDs und Binären Optionen nach. Beschlossen ist das noch nicht, die Hürden für solche Verbote sind hoch.
 

Es gibt aber internationale Vorbilder wie etwa Belgien, die USA und Israel, wo solche Produkte schon verboten oder strengstens reglementiert sind. Die für den Wertpapierbereich zuständige BaFin-Chefin Elisabeth Roegele meint es offenbar ernst. Ein Verbot wäre auch hierzulande kein Novum, die Bonitätsanleihen wurden bereits verboten.

Was treibt die BaFin?

Die Aufsichtsbehörde ist der Auffassung, dass die Mehrheit der Anleger bei diesen Derivaten Geld verliert. Das widerspreche den Intentionen der klassischen Wertanlage, weshalb die Verbraucher Schutz benötigen, den Roegele offenbar am ehesten durch ein Verbot gegeben sieht. Voraus ging eine Warnung der ESMA (European Securities and Markets-Authority = europäische Wertpapieraufsicht) vor den genannten Derivaten. Dennoch wägt die BaFin aktuell noch die geeigneten Maßnahmen ab, das Verbot ist längst nicht beschlossene Sache. Es dürfte aber zu Interventionen kommen, daran ließ Roegele in einem Interview mit der “Welt am Sonntag” keinen Zweifel. Über Verbotsinstrumente verfügt die BaFin inzwischen seit dem Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes 2015. Aufmerksam waren die Finanzaufseher beispielsweise im Zuge des Frankenschocks Anfang 2015 geworden. Als die SNB nach jahrelanger Koppelung den Kurs ihrer Währung überraschend freigegeben hatte, verfielen CFDs in Größenordnungen von vielen Millionen Euro wertlos. Das bescherte vielen Anlegern herbe Verluste, einige Broker meldeten gar Konkurs an. Abgesehen von solchen Unfällen verdienen aber Banken und Broker mit den CFDs sehr viel Geld, die Commerzbank-Tochter Comdirect etwa verbucht über 30 % Kundenorders im CFD-Bereich. Die Binären Optionen wiederum stehen im schlechten Ruf, betrügerische Firmen auf den Plan zu rufen. Hierfür gibt es in der Tat Beispiele.

Binärer Betrug in Großbritannien

Britische Medien berichten seit dem Frühjahr 2016 von betrügerischen Binärbrokern, die mehrere Tausend Kunden regelrecht abgezockt haben. In den vorliegenden Fällen handelt es sich allerdings um regelrechten Finanzbetrug. Das britische Bureau of Investigative-Journalism hat die Fälle untersucht und kam auf einen geschätzten Schaden pro Opfer von rund 16.000 Pfund. In Einzelfällen verloren Anleger mit Binären Optionen über 200.000 Pfund. Doch es handelte sich keinesfalls um ein reguläres Brokergeschäft, wie es auch im deutschen Netz vollkommen legal und in der Regel durch eine europäische Finanzaufsichtsbehörde lizenziert angeboten wird. Vielmehr wurden die Kunden zuerst online mit irrsinnigen Gewinnversprechen angeworben (75 % Rendite pro Stunde) und dann von ausländischen Callcentern aus zur massiven Anlage gedrängt. Bis zu diesem Punkt mag das unethisch sein, es ist aber noch nicht illegal. Doch die betrügerischen Broker verweigerten den Kunden die Auszahlungen, lösten Kundenkonten oder gleich ihre Firma auf und handelten damit klar kriminell. Die britischen Behörden versuchen nun, der Spur des Geldes zu folgen, kommen aber nicht nach: Die Grenzen zwischen eindeutiger Finanzkriminalität und dem massiven Ausloten von Grauzonen sind fließend, die Strafverfolgung gestaltet sich als Sisyphos-Aufgabe. Es gibt nämlich neben den eindeutigen Kriminellen viele Broker, die im Kleingedruckten ihrer Kundenverträge Forderungen verstecken, die zum Beispiel absurde Gebühren erlauben. Das müsste zivilrechtlich geklärt werden und dürfte lange dauern. Erst im Laufe der Zeit setzt sich vor Gericht fortgeschriebenes Recht als Allgemeingut durch.

Bewertung der BaFin-Reaktion

Für Betrugsfälle in Großbritannien ist die britische Finanzaufsicht FCA zuständig, die als eine der strengsten der Welt gilt. Sie reguliert allerdings nur Broker mit Sitz im Inland. Europäische Broker sollten durch eine EU-Finanzaufsicht lizenziert sein, in den geschilderten Fällen saßen die Anbieter allerdings im außereuropäischen Ausland. Nun liegt es am Trader, bei der Entscheidung für einen Binär- oder CFD-Broker die Lizenz des Anbieters zu beachten. Rund 99 % aller Anbieter verfügen über eine solche Lizenz (siehe unsere getesten Broker im Broker Vergleich), handeln als EU-Broker damit nach den europäischen MiFID-Richtlinien und können quasi gar nicht auf die geschilderte Weise betrügen. Die Lizenz würde ihnen umgehend entzogen, von strafrechtlichen Konsequenzen einmal ganz abgesehen. Wie ist unter solchen Umständen die BaFin-Reaktion zu erklären, die immerhin auch den CFD-Bereich einschließt, den es schon viel länger gibt? Nun, offensichtlich sitzen bei der BaFin nicht die kompetentesten Fachleute, denn den Handel mit Derivaten verbieten hieße, den Finanzmarkt wesentlicher Mittel zu berauben. Interessierte Trader würden ohnehin nach Alternativen im Ausland schauen - in der neuen Online-Welt ist das vollkommen unproblematisch möglich. Damit stiege allerdings die Gefahr, an Betrüger zu geraten, wie die Fälle aus Großbritannien beweisen. Viel sinnvoller ist es, das bestehende System mit den scharfen Kontrollen durch die Finanzaufsichtsbehörden zu festigen. Ein Vorreiter in dieser Hinsicht ist die zypriotische CySec, die ortsansässige Finanzdienstleister seit etwa 2012 immer schärfer reguliert. Seit 2014 schon schreibt sie ihnen die Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds ICF vor (Schutz von Anlegergeldern bis 20.000 Euro zu mindestens 90 %), eine Sicherung, die es Deutschland und in den meisten anderen EU-Staaten noch nicht gibt - außer in Großbritannien. Dort bieten viele Broker sogar Sicherheiten bis 50.000 Pfund an. Dass der BaFin für den Binär- und CFD-Bereich nun nichts als ein Verbot einfällt, zeugt von Inkompetenz. Anleger werden sich die Spekulationsfreude nicht verbieten lassen. Eine seriöse Regulierung, für die schon alle Mittel existieren, ist der richtige Weg.

Allgemeiner Risikohinweis: Der Handel mit Optionen, Kryptowährungen und CFDs ist höchst spekulativ und kann zum Verlust des gesamten Kapitals führen. 73-89 % aller Privatanleger verlieren Geld beim Handel mit CFDs. Investieren Sie nur die Summe, deren Verlust Sie verschmerzen können.
 
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