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NewsSchon wieder ließ die Polizei ein Betrügernetzwerk hochgehen, das online Anleger abzockte. Es ist nicht der erste Fall dieser Art, jedoch ist er sehr spektakulär.
 

Wie gingen die Betrüger vor?

Die Kunden wurden über Internetplattformen zu Geldanlagen motiviert und dabei um Millionen gebracht. Die vermeintlichen Anlageplätze und Online-Broker waren in der Szene allgemein unbekannt, jedoch trugen sie klingende Namen wie Optionstars, Golden Markets und Cryptopoint. Vor allem unerfahrene Einsteiger ins Anlage- und Tradinggeschäft fielen darauf herein. Die Plattformen, die auf den ersten Blick seriös wirkten, versprachen ihren Kunden mit wenig Aufwand große Gewinne mit dem Devisenhandel, binären Optionen und Kryptowährungen. Dahinter steckte jedoch ein riesiges Betrugskartell. Dieses suggerierte den Anlegern, dass bei den offerierten Transaktionen kaum ein Risiko bestehe. Das ist an sich schon eine Falschaussage: Risikolose oder auch sehr risikoarme Anlagen gibt es an der Börse nicht. Doch die Betrüger setzten noch einen drauf: Sie versprachen, dass ab einer gewissen Anlagesumme Versicherungen gegen jeden Kapitalverlust greifen würden. So etwas gibt es überhaupt nicht. Das wissen unerfahrene Anleger nicht: Viele von ihnen investierten beherzt in das vermeintlich todsichere Geschäft.

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Wie ging es dann weiter?

Wer echtes Geld auf das Brokerkonto überwiesen hatte, konnte online sein Depot verfolgen und bemerkte erstaunt, dass dessen Kontostand rasant anwuchs. Währenddessen lief die Anwerbetaktik weiter. Sowohl Bestandskunden als auch neue Interessenten wurden mit Callcenteranrufen dazu gedrängt, hohe Summen einzuzahlen. Flankiert wurden diese Anrufe durch aggressives Online-Marketing. Wer nun an einem bestimmten Punkt seine Gewinne abschöpfen oder sich gar die gesamte Anlage plus Gewinn auszahlen lassen wollte, stieß auf taube Ohren: Das wurde den Anlegern strikt mit dem Argument ausgeredet, dass sie damit doch künftige, noch viel höhere Gewinne verpassen würden. Wenn jemand doch sehr hartnäckig auf der Auszahlung beharrte, inszenierten die Betrüger für diesen Kunden einen Totalverlust. Danach drängten sie ihn zu neuen Einzahlung, worauf der eine oder andere Anleger vielleicht sogar einging.

Wie flogen die Betrüger auf?

Seit Ende 2018 begannen Ermittler vom deutschen BKA und dem LKA Niederösterreich (Leitung: Staatsanwaltschaft Feldkirch) die Täterbande verdeckt zu beobachten, nachdem sich Anzeigen von enttäuschten Kunden gehäuft hatten, die den Betrug zumindest ahnten. Im Frühjahr 2019 schließlich zerschlugen die deutschen und österreichischen Kriminalbeamten den international operierenden Betrügerring, die zuständigen Staatsanwaltschaften erhoben Anklage. Der Schaden ging in die Millionen, mehrere Tausend deutsche und österreichische Anleger waren betroffen. Aus der Schweiz und anderen deutschsprachigen Regionen liegen noch keine Daten vor. Die Täter hatten auf das deutschsprachige Internet fokussiert. Jedoch dürften weltweit Kleinanleger auf die Masche hereingefallen sein. Die Behörden schätzen den Gesamtschaden auf über 100 Millionen Euro.

Juristische Aufarbeitung der dubiosen Machenschaften

Zu dem spektakulären Betrugsfall gehörten neben dem vielen Geld auch der Tod eines Beteiligten sowie Verbindungen zum Geheimdienst Israels. Den Haupttäter Gal B. verurteilte ein österreichisches Gericht im September 2019 zu vier Jahren Haft ohne Bewährung. Während des Prozesses legte er ein Teilgeständnis ab. In Bulgarien sicherten Zielfahnder rund 2,5 Millionen Euro der Beute. Die Frau des Haupttäters Marina wurde 2020 wegen Geldwäsche und schweren gewerbsmäßigen Betruges angeklagt. Weitere Festnahmen gab es im Jahr 2020 in Bulgarien, Serbien und Griechenland. Am Athener Flughafen wurde ein israelischer Staatsbürger während seiner Flucht verhaftet. In Österreich fassten die Ermittler Uwe L., der rund 50 Millionen Euro Schaden angerichtet haben soll. Er wurde nach Deutschland überstellt und im Juli 2020 in seiner Zelle der JVA Saarbrücken tot aufgefunden. Daraufhin verbreiteten sich in sozialen Netzwerken diverse Verschwörungstheorien zu seinem Tod, die Justiz geht indes von Selbstmord mit Medikamenten aus. Ein weiterer Verdächtiger ist Ilan T., der als Größe der Online-Trading-Szene gilt. Er war Inhaber von 240 softwarebasierten Brands, über die 710 Millionen Euro abgewickelt worden waren. Ilan T. war früher ein israelischer Militärangehöriger und auch im dortigen Nachrichtendienst tätig. Er soll ebenfalls zahlreiche Anleger abgezockt haben.

Allgemeiner Risikohinweis: Der Handel mit Optionen, Kryptowährungen und CFDs ist höchst spekulativ und kann zum Verlust des gesamten Kapitals führen. 73-89 % aller Privatanleger verlieren Geld beim Handel mit CFDs. Investieren Sie nur die Summe, deren Verlust Sie verschmerzen können.
 
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